Grafik: Jennifer Stein

Kirchengemeinde Weidenhausen

Zur Kirchengemeinde Weidenhausen gehören die Ortsteile Weidenhausen und Römershausen der Stadt Gladenbach. 


Kirchenvorstand

Gemeinsam mit Pfarrer Axel Henß leitet der Kirchenvorstand die Gemeinde. Zu ihm gehören derzeit: 

Cornelia Bastian,  Regina Bingel, Judith Bitterlich, Luca Da Lozzo, Ralf Fett, Melanie Kirch, Gottfried Müller, Frank Neurath, Anne Schepp und Elke Weiß.

@Axel Henß

Kirche Weidenhausen

Foto: Axel Henß

Die Evangelische Kirche in Weidenhausen wurde im Jahr 1962 – während der Amtszeit von Pfarrer Martin Lenz, der wesentliche Impulse zum Kirchbau gab – nach rund zweijähriger Bauzeit fertiggestellt. Die heutige evangelische Kriche ersetzt die sehr viel ältere Kirche in der Dorfmitte, die vermutlich im Mittelalter aus einem alten Wehrturm entstanden ist. 

Die Kirche, die nach einem Entwurf des Marburger Architekten B. Himmelmann errichtet wurde, hat einen quadratischen Grundriß mit einer Seitenlänge von 20 Metern.

Wo finde ich die Kirche?

Pfarrer Axel Henß
@Hans Robert Koch

Die liturgische Ausrichtung der Kirche liegt in der Diagonalen. Das bedeutet, daß der Altarraum mit Kanzel und Taufstein in einem der Winkel des Grundrisses angeordnet ist. Der Grundgedanke der Kirche – die Gemeinschaft der Heiligen – ist in den beiden großen Fenstern des aus Höhr-Grenzhausen stammenden Glasmalers und Bildhauers Eugen Keller abgebildet. Die Fenster sind seitlich des Altares angeordnet, laufen auf diesen hin spitz zu und verstärken so die Konzentration auf den Altarraum.

Betritt der Besucher die Kirche, so fällt der Blick zunächst auf die Arche Noah, die hier als Symbol der Kirche in angefochtener Zeit interpretiert wird. Der Regenbogen erinnert an Gottes Bund und seine Verheißung: "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." (1. Mose 8, 22)

Handelt es sich bei der Geschichte der Sintflut um einen Text aus dem ersten Buch der Bibel, so erblickt der Besucher beim Verlassen der Kirche Motive aus dem letzten biblischen Buch, der Offenbarung des Johannes. Dargestellt ist das himmlische Jerusalem als Symbol der vollendeten Gemeinde, in der die Gemeinschaft Gottes mit den Seinen zum Ziel gekommen ist.

In der Mitte der Kirche aber, dort, wo die Blicke der Gemeinde während des Gottesdienstes hingelenkt sind, steht unmittelbar hinter dem Altar das Kreuz, Symbol des Leidens und Sterbens Jesu, aberzugleich auch Symbol der Liebe Gottes, die so grenzenlos ist, daß sie sogar den Sohn dahingibt, damit alle, die an ihn glauben, Vergebung und Erlösung finden. An den vier Ecken des Kreuzes finden sich die Symbole der vier Evangelisten, die uns von Jesu Leben, seinem Leiden, Sterben und Auferstehen berichten. Der Adler steht hierbei für Johannes, der Löwe für Markus, der Stier für Lukas und der Engel für Matthäus.

Gegenüber des Altares befindet sich die große Chorempore mit der Orgel. Weitere Informationen: Die Orgel der evangelischen Kirche in Weidenhausen

Zu den Höhepunkten des Kirchenjahres gehört ohne Zweifel das Osterfest, das in Weidenhausen seit Jahren mit der Feier der Osternacht, frühmorgens um 5.00 Uhr begonnen wird. In diesem Gottesdienst wird die Osterkerze entzündet - Zeichen der Auferstehung Jesu und damit zugleich auch Symbol der Hoffnung auf ewiges Leben bei Gott. Getragen von dieser Hoffnung schreitet die Gemeinde im Anschluß an den Osternachtsgottesdienst zum Friedhof, wo man der verstorbenen Gemeindeglieder, von denen man in dieser Zuversicht Abschied genommen hat, gedenkt.

Danach geht man zurück zum Gemeindehaus, wo man gemeinsam das Osterfrühstück zu sich nimmt. Gegenüber der Kirche und umgeben von alten Bäumen liegt das 1994 fertig gestellte Gemeindehaus, zu dem das Gemeindebüro gehört und das den verschiedenen Gruppen und Kreisen der Gemeinde einen gerne genutzten Ort der Zusammenkunft bietet. Hier treffen sich der Frauenkreis, der Männerkreis und das "Junge Team". Hier sind der Kids-Club und der Teenkreis zu Hause. Hier probt der Kirchenchor "Ad Novum" und der Gitarrenkreis. Hier findet sonntäglich Kindergottesdienst statt und auch die Kindergottesdienstmitarbeiterinnen und -Mitarbeiter kommen hier genauso wie der Kirchenvorstand zusammen. Und schließlich beheimatet das Gemeindehaus auch den Elterntreff mit seinen Veranstaltungen, den Tansania-Arbeitskreis mit dem monatlichen Kirchencafé, und seine Türen sind geöffnet für Frühstücktreffen sowie größere Veranstaltungen im Nachbarschaftsraum und im Dekanat.

 

 


Kirche Römershausen

@Axel Henß

Im ursprünglichen Dorfkern erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe die evangelische Kirche Römershausen, die auf einen Bau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zurückgeht. Allerdings hat schon viel früher eine Kirche bzw. Kapelle in Römershausen existiert. Bereits im Jahre 1354 wurde ein solches Gebäude erstmals urkundlich erwähnt. Noch heute befindet sich in der Römershäuser Kirche eine alte Glocke, die auf das 13. Jahrhundert datiert wird und die bis 1989 vom kleinen Glockenturm zu Gottesdienst und Gebet gerufen hat. 

Wo finde ich die Kirche?

Pfarrer Axel Henß
@Hans Robert Koch

Was die kirchliche Entwicklung in Römershausen von der ersten urkundlichen Erwähnung in der Mitte des 14. Jahrhunderts bis zur Errichtung des heutigen Kirchengebäudes betrifft, so bleibt leider vieles im Dunkel der Geschichte. Auch intensivste Nachforschungen in kirchlichen und staatlichen Archiven können die weitere Baugeschichte der Römershäuser Kirche nicht erhellen, zumal auch wichtige Akten, die gegebenenfalls hätten Aufschluss geben können, im 2. Weltkrieg verloren gingen.

Zwar wird Römershausen und seine Kirche in manchen erhalten gebliebenen Akten immer wieder einmal erwähnt, so auch in einem Rechtsstreit um Zehnt- und Pfarrgutsfrüchte aus dem späten 18. Jahrhundert, allerdings findet sich nichts, was einen näheren Aufschluss über die ursprüngliche Gestalt der Römershäuser Kirche bis hin zum heutigen Bau geben könnte.

Die heutige Gestalt der Römershäuser Kirche

Wie bereits zuvor erwähnt, geht die Römershäuser Kirche, wie wir sie heute vor Augen haben, auf einen Bau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Aktenkundig ist der Beschluss zu einer „Vergrößerung der Kirche durch Anbau“. Diese Arbeiten waren im Herbst 1856 abgeschlossen und verursachten Gesamtkosten in Höhe von 1903 Florin und 58 Kreuzern. Hinzu kamen noch die Kosten für die Einweihung der Kirche, die mit 19 Florin und 24 Kreuzern zu Buche schlagen. 

Die Innenausstattung der Kirche mit der dreieinhalbseitigen Empore geht noch auf die Zeit des Umbaus der Kirche zurück und bei der letzten Innenrenovierung im Jahre 1964, bei der sich die Ortsgemeinde mit 12.500 DM an den Kosten beteiligte, wurde dieses einheitliche Gesamtbild erhalten. Ebenfalls auf die Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts datiert die Anschaffung einer Läuteanlage mit Schlagwerk und die Ausstattung der Kirche mit einer Elektroheizung.

Im Jahre 2003 war eine umfangreiche Außensanierung der Kirche notwendig geworden, da das mit Naturschiefer eingedeckte Dach nicht mehr dicht war und da die Schalung, auf der einst die Schieferplatten befestigt worden waren, auch zahlreiche Schäden aufwies. Schließlich zeigten sich während der Arbeiten am Kirchendach auch weitere Schäden am Gebälk, so dass unter anderem die Spitze des kleinen Glockenturms im obersten Bereich von etwa 60 cm komplett entfernt und neu angefertigt werden musste.

Nach der kompletten Neueindeckung des Daches mit Naturschiefer von der Mosel und der Instandsetzung der Schallluken am Dachreiter wurde schließlich das restaurierte schmiedeiserne Turmkreuz wieder an der Kirchturmspitze angebracht und das Kreuz mit einem nach dem ursprünglichen Vorbild neu angefertigten und vergoldeten Wetterhahn bekrönt.

Weiterhin wurden sämtliche Fenster der Kirche grundlegend überarbeitet, defekte Scheiben ersetzt und die Fensterrahmen neu lackiert. Schließlich wurde die Kirchenfassade noch mit einem neuen Anstrich versehen und die Verfugung des Natursteinmauerwerks im Sockelbereich erneuert. Die Gesamtkosten von mehr als 47.000 Euro für die vollständige Außenrenovierung wurden aus den Mitteln der Landeskirche und unserer Kirchengemeinde sowie mit Hilfe der großen Spendenbereitschaft der Römershäuser Bürgerinnen und Bürger getragen.

Die Innenausstattung der Kirche

Wie bereits erwähnt, geht die Innenausstattung der Kirche auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück und ist seitdem nahezu unverändert. Wie für viele evangelische Kirchen typisch, findet sich auch in der Römershäuser Kirche wenig, womit die Kirche ausgeschmückt wäre. Hintergrund dafür ist die protestantische Auffassung der Konzentration auf das Wort Gottes. Dies ist die Mitte des Gottesdienstes – symbolisiert auch durch die aufgeschlagene Bibel auf dem Altar.

Der Altar selbst trägt seit dem Jahr 2000 eine neue Altardecke, die durch die großzügige Unterstützung Römershäuser Gemeindeglieder angefertigt werden konnte. Auf dem Altar stehen zwei bronzene Kerzenleuchter und ein gusseisernes Kreuz, das nach einem Entwurf von Hans Dinnendahl aus dem Jahr 1946 angefertigt wurde.

Es zeigt den Corpus Christi und darum umlaufend die Schrift: „Durch sein Sterben hat er unseren Tod vernichtet und durch seine Auferstehung neues Leben uns erworben.“ Seinen Platz auf dem Altar hat das Kreuz seit der Innenrenovierung der Kirche im Jahre 1964.Jüngeren Datums sind auch die drei Kupferreliefs an der Empore hinter dem Altar. Sie zitieren (von links nach rechts) die drei Bibelworte: „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.“ (Offenbarung 4, 8)

Jesus Christus spricht: „Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5, 9) und „Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten! Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen!“ (Psalm 27, 1)

Ein interessantes Detail findet sich auch am Aufgang zur Empore, der mit einer vergoldeten Schnitzerei verziert wurde. Die Kanzel der Kirche befindet sich rechts vom Altar, unmittelbar neben der Eingangstür. Der Kanzelbehang wurde passend zur Altardecke angefertigt und fügt sich somit harmonisch in das Gesamtbild der Kirche mit ihren grauen, blauen und elfenbeinfarbenen Tönen ein.  Zur Innenausstattung der Kirche gehört seit dem Jahr 2002 auch die große Osterkerze neben dem Altar. Der Ständer der Osterkerze ist die Drechselarbeit eines Römershäuser Gemeindeglieds und wurde für die Kirche gespendet.

Die Orgel

Das Instrument, das heute bei den gottesdienstlichen Zusammenkünften in der Kirche erklingt, dürfte schon die dritte Orgel der Römershäuser Kirche sein, da im Jahre 1900 die Anschaffung einer „neuen“ Orgel beschlossen wurde. Schließlich ist auch aktenkundig, dass im Jahre 1901 Lehrer Rudloff den Organistendienst übernahm, wofür ihm 100 Mark bewilligt wurden.

Seit dem Jahr 1965 befindet sich in der Römershäuser Kirche die Orgel aus der Orgelbauwerkstatt Klaus Becker in Kupfermühle bei Hamburg. Mit ihrem Aussehen und den für das Orgelgehäuse verwendeten dunklen Holzarten nimmt die Römershäuser Orgel einen direkten Bezug auf die Orgel in der Weidenhäuser Kirche, die aus dem gleichen Jahr und der gleichen Orgelbauwerkstatt stammt. Es kann sogar vermutet werden, dass im Orgelgehäuse der Römershäuser Kirche jenes Holz verwendet wurde, das beim Bau der großen Weidenhäuser Orgel übrig blieb. Diese kostengünstige Variante hat es der Kirchengemeinde sicherlich erleichtert, innerhalb kurzer Zeit zwei Orgeln in Auftrag zu geben und diese natürlich dann auch zu finanzieren.

Die Orgel in Römershausen besitzt drei Register, die auf einem Manual gespielt werden. Es sind dies Gedackt 8’, Rohrflöte 4’ und Prinzipal 2’. Die Anzahl der Register ist dem kleinen Raum der Kirche angemessen und entspricht auch den Anforderungen an das Instrument für den gottesdienstlichen Gebrauch.

Die Glocken

Wie bereits weiter oben gesagt, datiert die älteste und ursprünglich auch einzige Glocke der Kirche vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Diese hat den Schlagton c’’. Mit einer von der Glockengießerei Rincker im Jahre 1952 gegossenen Glocke mit dem Schlagton es’’ und einem Gewicht von 135 kg wurde das Geläut vervollständigt. Die noch im Gussjahr in der Kirchturmspitze angebrachte Glocke trägt die Inschrift: 

O Land höre des HERRN Wort
und dazu die Widmung: „Den Gefallenen der Weltkriege 1914-1918  und 1939-1945“

Nachdem die alte Glocke der Kirche im Laufe der Jahrhunderte Schaden nahm, so dass sie gerissen war und damit nicht weiter geläutet werden konnte, begannen umfangreiche Untersuchungen an der Glocke, die zum Ziel hatten, diese reparieren und instandsetzen zu können, damit sie wieder ihre ureigenste Aufgabe würde erfüllen können. Leider aber erbrachte die Konsultation des Glockensachverständigen der Landeskirche und die Hinzuziehung einer anerkannten Fachfirma das Ergebnis, dass die alte Glocke der Kirche nicht zu retten wäre und dass ein weiterer Betrieb die Glocke über kurz oder lang vollständig zerstören könnte.

Schweren Herzens wurde daraufhin der Beschluss gefasst, eine weitere Glocke bei der Firma Rincker in Auftrag zu geben, die die alte Glocke ersetzen sollte. Im Jahr 1989 schließlich wurde die neue Glocke mit dem Schlagton f’’ und einem Gesamtgewicht von 102 kg am 17. November gegossen und noch im gleichen Jahr, pünktlich zum Weihnachtsfest, geliefert und montiert. Sie trägt die Inschrift: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobt der Name des Herrn.“ Mit der Lieferung der zweiten neuen Glocke ging auch die Entscheidung einher, die alte Glocke im Innenraum der Kirche aufzustellen.

Schlusswort

Wie diese kurze Beschreibung gezeigt hat, handelt es sich bei der Römershäuser Kirche um ein wirklich ansprechendes Gebäude, zu dessen Erhalt über die Jahrhunderte hinweg die Kirchen- und Ortsgemeinde und die mit der Kirche verbundenen Menschen ganz entscheidend beigetragen haben. Die Kirche ist Sonntag für Sonntag der Ort, an dem sich die Römershäuser evangelischen Gemeindeglieder, zu denen rund 250 Menschen zählen, versammeln können.

Die in aller Regel gut besuchten Gottesdienste lassen die enge Beziehung der Menschen zu Glauben, Kirche und Gemeinde und auch zu ihrer alten Dorfkirche deutlich werden. Darum ist zu wünschen, dass diese Tradition auch in den kommenden Generationen ihre Fortsetzung findet und immer wieder Menschen den Weg in unsere Kirche finden. Denn erst die Menschen, die zusammen kommen, um auf Gottes Wort zu hören, um miteinander zu singen und zu beten, tragen dazu bei, dass auch heute noch die Kirche jenen Zweck erfüllt, zu dem vor Jahrhunderten die Menschen aus Römershausen die ersten Steine herbei getragen haben, um ein Gotteshaus zu errichten.

Möge auch in Zukunft das alte Psalmwort den Menschen aus den Herzen sprechen, wenn es in Psalm 26, Vers 8 heißt: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.“