Grafik: Jennifer Stein

Kirchengemeinde Mornshausen

Zur Kirchengemeinde Mornshausen gehören neben dem Stadtteil Mornshausen selbst auch noch die beiden Stadtteile Rüchenbach und Friebertshausen. In jedem Gemeindeort gibt es eine Dorfkirche, in denen regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Ursprünglich gehörten die drei Dörfer zum Kirchspiel Gladenbach. 1955 erhielt Mornshausen einen Hilfsprediger, der in der bereits 1951 eingeweihten neuerrichteten Mornshäuser Kirche die Gottesdienste hielt. 1958 wurden die Orte Mornshausen, Rüchenbach und Friebertshausen zu einer selbständigen Kirchengemeinde zusammengefasst


Kirchenvorstand

Die Kirchengemeinde wird geleitet vom Kirchenvorstand, dessen Vorsitzender Pfarrer Thomas Schmidt ist. Außerdem gehören dem Kirchenvorstand an: Anke Aßler-Göbel, Andrea Becker, Gerd Becker, Iris BusseChristian Görg, Martina Grebe, Jürgen Homberger, Helga Laucht, Lothar Merte, Dr. Anna Runzheimer (stellv. Vorsitzende), Gisela Unger-Kawall und Jens Zimmermann.


Kirche Mornshausen

@Thomas Schmidt

Unmittelbar nach dem Krieg, als Baustoffe knapp waren im Land, erbauten die Mornshäuser ihre neue Kirche in 1951/52. Die alte romanische Chorturmkirche hatten sie bereits seit 1940 nicht mehr genutzt. Sie wurde später in den 50er Jahren abgerissen.

Prägend für die neue schlichte Hallenkirche sind die Rundbögen, die sich im Deckengewölbe, im Triumphbogen zum Chorraum und den Fenstern wiederfinden. Sie verleihen dem Innenraum so seine charakteristischen Prägung. Der Chorraum selbst, der durch drei Stufen (Symbol der Trinität: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist) vom Kirchenraum getrennt ist, wird durch ein weiteres Seitenfenster beleuchtet, so dass der Blick aus dem dunklen Kirchenraum hin zum lichten Chorraum geführt wird. 

Der Blick richtet sich dort auf ein überdimensionales Kreuz ohne Korpus an der Frontseite und dem darüber hellweiß leuchtenden Rundfenster, das den Chorraum  mit dem Kreuz in ein strahlend weißes Licht taucht. 
Dieses Rundfenster ist das prägende Element der Kirche und erinnert an mittelalterliche Rosetten in den Chorräumen oder über den Eingängen der Dome und Kathedralen. Hier allerdings wurde sie nicht bunt und filigran gestaltet als Fensterrose, sondern als vollkommenes, lichtes Rundfenster ohne jegliche Schnörkel - als Zeichen des Einfalls des Heiligen Geistes im Symbol des Lichts.

Diese zentrierte Lage der Fensterrose hat eine starke, suggestive und meditative Wirkung. Anders als in mittelalterlichen Rosetten wirkt sie nicht prächtig, verziert und machtvoll, sondern beruhigend, zentriert und harmonisch. Sie regt aufgrund ihrer idealen Kreisform zur Aufnahme des Geistes im Symbol des einfallenden Lichtes an. So kann sie die Vollkommenheit der sich nach allen Seiten verbreitenden Liebe des Göttlichen verkörpern. 

Verstärkt wird diese Symbolik dadurch, dass die Kirche orientiert wurde, das heißt geostet, also nach Osten hin ausgerichtet, was für diese Zeit keineswegs selbstverständlich war. Aber genau dadurch geht der Blick nach Jerusalem, der Ort der Wiederkunft Christi und Sonntag Morgen scheint die Sonne hell hinein in die Versammlung der Gläubigen im Kirchenraum.

Dieser ist mit zwei eng gebauten Bankreihen bestückt, so dass ein schmaler Mittelgang zum Chorraum führt.
Trotz der neuen Kirche blieben Mornshausen, Friebertshausen und Rüchenbach noch bis Ende der 50er Jahre Teil des Kirchspiels Gladenbach und wurden erst 1958 selbständige Kirchengemeinde.

Wo finde ich die Kirche?

Pfarrer Thomas Schmidt
@Hans Robert Koch

Kirche Rüchenbach

@Thomas Schmidt

Die Kirche in Rüchenbach, in Ständerbauweise auf einem Bruchsteinsockel erbaut, ist eine der ältesten Fachwerkkirchen in Hessen. Vermutlich um 1570 erbaut, überragt sie mit ihrem Satteldach und dem achteckigen Spitzhelmdachreiter die umliegenden Fachwerkhöfe.

Alles an diesem schmalen hoch aufragenden Kirchenbau zieht nach oben, weist nach oben wie ein Fingerzeig mitten im Dorf. Die Glocke stammt von 1589. Der schlichte rechteckige Innenraum ist geprägt von der mit einer Brücke versehenen Empore. Der Altar mit dem Kreuz und dem nebenstehenden Taufbecken schmiegt sich an die Frontwand, ebenso wie die Kanzel an die östliche Seitenwand angebaut ist.

Wer hier zur Kirche kommt, ist, sobald er den kleinen Kirchenraum betritt, schon Teil der Gemeinschaft der Gläubigen, so wie er im heimischen Wohnzimmer Teil der Familie ist. 

 

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Pfarrer Thomas Schmidt
@Hans Robert Koch

Kirche Friebertshausen

@Thomas Schmidt

Die Wolfskapelle ist ein kleiner gotischer Kirchenbau mit polygonalem Chorschluss. Nach einem Bericht aus dem Jahre 1745 wurde die Kirche von einer Tochter der heiligen Elisabeth erbaut, ca. 1250 bis 1280, und diente als Wallfahrtskapelle.

Der Dachstuhl stammt aus der Zeit um 1485, denn das verwendete Holz wurde im Jahr 1481/1482 geschlagen, was bei einer dendrochronlogischen Untersuchung festgestellt wurde. Die Glocke trägt die Inschrift „Ave Maria Anno Domini 1486“. Die Wolfskapelle wurde im Jahre 1741 von einer Hochwasserflut heimgesucht, infolge die Grundmauern unterspült wurden und der Chor einstürzte.

Der Wiederaufbau erfolgte erst im Jahre 1747/1748, bei diesem wurden die inneren Gewölbe entfernt, die Kirchenfenster in der heutigen Form ausgebildet und die reizvolle Empore aus Eichenholz erstellt. Im Jahre 1834 wurde der Altar aus Sandstein erneuert. Seit dem Jahre 1952 besitzt die Wolfskapelle auch eine Kanzel. Die Kanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert und stand ursprünglich in der alten Kirche von Mornshausen (an der Salzböde).

Im Jahre 1992 erhielt die Wolfskapelle eine Orgel, die seitdem den Gesang der Gottesdienstgemeinde begleitet. Heute wird in der Regel 14-täglich Gottesdienst abgehalten.
 

 

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Pfarrer Thomas Schmidt
@Hans Robert Koch